Zu
Allerheiligen (1.11.) waren wir auf den Friedhöfen der Umgebung und
beobachteten das alljährliche Ritual, bei dem auf den Gräbern
Kerzen aufgestellt werden.
Eine
Woche später buk ich einen Kuchen mit den Schülerinnen der 10.
Klasse des Gymnasiums Plateliai. Das Rezept stammt von meinem
Großvater, damit wollte ich sicherstellen, daß es ein typisch
deutsches Rezept ist: Ein Streuselkuchen mit
Aprikosenmarmeladenfüllung. Streuselkuchen wurde einst in Schlesien
erfunden. Und tatsächlich ist er hier bisher nicht bekannt.
Posieren
mit Kuchen
Kuchen
mit von Schülern selbstgebastelter Miniflagge
Am
Morgen des neunten November konnten die Schüler dann den Kuchen
kosten. Außerdem mußten sie mit mir ein deutsches Lied singen, was
ihnen sichtlich Spaß machte.
Ich
sang vor, dann sie stiegen sie ein.
Am
Abend erzählte ich dann in
einer Veranstaltung mit dem Namen Lapkričio devintoji (Neunter
November) anläßlich des historischen Datums den geneigten Bürgern
des Ortes etwas über deutsche Geschichte, gab einen Überblick über
unterschiedliche Kleidung, Feste und Spezialitäten aus den Regionen
Deutschlands und zeigte schließlich eine Diaschau über das
Architektur- und Naturerbe Deutschlands. Neben dem Kuchen konnten
sie auch Spekulatiuskekse probieren, die mir meine neuen deutschen
Freunde aus Šiauliai mitbrachten. Es sind zwei Studentinnen, die
hier ein Erasmussemester verbringen.
Die
Reaktionen auf den Abend waren überaus positiv. Eine Dame kam auf
ich zu und meinte auf deutsch, sie sei „sehr glücklich“. Sie
rief dann ihren deutschen Freund an, und ich sollte ihm mitteilen was
ich mache. Sie war früher mal Dolmetscherin, aber offenbar haben
ihre Deutschkenntnisse stark nachgelassen. Ein anderer gab mir zu
verstehen, daß er einiges meines auf deutsch gehaltenen Vortrages
verstanden hatte. Selbstverständlich hatte ich meine Präsentation
mit einem litauischen Text hinterlegt, so daß keine
Verständnisprobleme herrschten.
Und
diese Woche war ich noch in Žagarė bei Pierre (Freiwilliger aus
Brest/Frankreich) zu Besuch. Die Stadt ist außergewöhnlich schön,
und die Regionalparkverwaltung befindet sich in einem kleinen Schloß.
Außerdem gibt es ein in Litauen einzigartiges Haus, das über und
über mit Behältern bedeckt ist und für das Žagarė berühmt ist.
Das
berühmte Haus
Schloß
Ladenschild
Und
auch der Park ist schön.
Zwischendurch
waren wir noch in Lettland, an das Žagarė unmittelbar angrenzt.
Sofort fiel die unterirdische Straßenqualität im Nachbarland auf.
Ansonsten war es ähnlich.
Zu
guter Letzt war ich in Šiauliai bei den Erasmus-Studentinnen zu
Besuch, wo wir den neuen James-Bond-Film im Kino sahen. Ich halte ihn
für sehr gelungen. Ich war froh, daß der Film nicht auf litauische
Weise synchronisiert war (d.h., ein precher spricht alle Texte, im
Hintergrund hört man die Origialversion), sondern lediglich
Untertitel eingeblendet wurden. Allerdings werde ich mich an die
Neigung, alles zu litauisieren, auch nicht mehr gewöhnen („Bondas
– Džeimsas Bondas!“).
Wörter
zum Mitlernen:
Vokietija:
Deutschland
devintasis/dvintoji
(m/f): der/die neunte (als Teil eines Begriffes)
parduotuvė:
Laden
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen