Letzte
Woche war ich mit Militärangehörigen aus aller Welt in der
Raketenbasis. Das wußte ich vorher allerdings nicht, es war nur von
„Gästen des Verteidigungsministeriums“ die Rede. Spontan
überlegt ich, inwiefern ich meinen Vortrag dieser Zielgruppe
anpassen könnte, beschloß dann aber, alles so zu lassen wie immer.
Von dem Raum, in dem Propaganda des Kalten Krieges ausgestellt ist,
waren alle besonders angetan. Ein chinesischer Soldat studierte
amüsiert alte chinesische Propagandaplakate und machte dann mit
seinem Smartphone ein paar Aufnahmen. Nach der Tour fragte mich ein
finnischer Uniformierter, ob hier wirklich keine einzige Rakete
abgeschossen worden sei. Ich antwortete, da sei ich mir ganz sicher,
davon hätten auch alle Menschen etwas erfahren, woraufhin er meinte,
das sei ja schade. Ich vermute, er wollte damit sagen, daß damit
wenigstens die Baukosten der Basis gerechtfertigt gewesen wären.
Sein ukrainischer Kollege wiederum meinte, es sei unglaublich, daß
die Sowjets diese tolle Basis hätten aufgeben müssen, nur weil sie
von der Luftaufklärung der USA entdeckt worden sei. Somit sei sie
völlig nutzlos gewesen. „That's true,
it was completely
useless!“, entgegnete ich. Mehr Infos zur
Raketenbasis stehen in Woche 5.
Hier
war eine der R-12/SS-4-Raketen stationiert.
Ich
weiß, ich habe erst letztes Mal ein Grashüpferfoto veröffentlicht,
aber dieser hier ist mir im Museum über den Weg gelaufen und war
auch noch so gut ausgeleuchtet. Er ist allerdings höchstens der
kleine Bruder (oder die kleine Schwester) des ersten Exemplars.
Grashüpfer/-in
Der
Herbst ist da und zaubert das Städtele wieder mal in ein neues
Gewand, seht selbst.
Das
Wochenende haben wir in Dzūkija verbracht. Doch zunächst waren wir
auf dem Weg dahin im Regionalpark Rambynas an der Memel sowie auf
einigen Burghügeln (Piliakalniai) der Žemaiten.
Memel
(lit. Nemunas, russ. Neman), im Hintergrund Sovetsk (dt. Tilsit, lit.
Tilzė)
Der
Nationalpark Dzūkija zeichnet sich dadurch aus, daß es hier
bewaldete Dünen gibt, obwohl er nicht an der See liegt, ein Produkt
der Eiszeit. Dies hat den Effekt, daß es im Sommer wärmer wird,
wenn man in den Wald geht. Außerdem gibt es einen riesigen Sumpf
(über 5000 ha groß) im Reservat Čepkeliai. Wir übernachteten in
einem alten Haus mit Holzdach.
Altes
Haus
Sumpfwald
Diesmal
machen wir noch mal einen Exkurs in die Welt der litauischen Sprache.
Zunächst
der Vollständigkeit halber alle litauischen Wochentage. Das System
dahinter hatte ich schon mal erklärt (Woche 2): Sie werden einfach
durchnumeriert, beginnend mit dem Montag:
Dienstag: Antradienis („zweiter Tag“)
Mittwoch: Trečiadienis („dritter Tag“) usw.
Donnerstag: Ketvirtadienis
Freitag: Penktadienis
Sonnabend: Šeštadienis
Sonntag: Sekmadienis
Wesentlich
interessanter sind die Monatsnamen. Während sie im Lettischen mit
unseren Monatsnamen weitgehend übereinstimmen, hat das (ältere)
Litauische eigene Bezeichnungen:
Februar:
Vasaris (keine Ahnung, warum, „vasara“
heißt eigentlich „Sommer“; auch Aldona wußte nicht weiter)
März:
Kovas (kovas
heißt Saatkrähe, diese kommt im März aus anderen Gebieten zurück;
Kovas war zudem ein alter Kriegsgott, vergleichbar wohl mit Mars bei
den Römern, von dem der Name „März“ stammt.)
Juni:
Birželis (der Monat, in dem die
Birkensaftsaison endet (vgl. Woche 2, Woche 7/8); Birke = beržas)
Oktober:
Spalis (In diesem Monat wurde früher
Flachs verarbeitet, indem man ihn brach, bis er geschmeidig war; aus
dem so gewonnenen Leinen konnte man Kleidung herstellen. Die bei der
Herstellung abfallenden Bruchstücke hießen „spalis“,
mit ihnen wurden die Häuser wärmegedämmt.)
Dezember: Gruodis
(gruodas: Bodenfrost)
Den
Blog betreffend habe ich etwas mitzuteilen: Ich habe das
Vokabelverzeichnis erweitert, zum einen um ein Zahlenverzeichnis von
1 bis 12, zum anderen um ein deutsch-litauisches Verzeichnis. Viel
Spaß bei der Lektüre! Habt ihr noch Anregungen, was aufgenommen
werden sollte?
Wörter
zum Mitlernen:
norėti:
wollen
būti:
sein
tūrėti:
haben
naja
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