Momentan
habe ich wenig Zeit zum Schreiben. Vor drei Wochen war ein Seminar,
das immer in der Mitte des Freiwilligendienstes stattfindet, in dem
wir über unsere Erfahrungen sprechen und Pläne für die noch
ausstehende Zeit machen sollten. Ein Höhepunkt war der Abend, an dem
viele Essen aus ihren Heimatländern zubereiten sollten. Es gab
Ratatouille aus Frankreich, Knoblauchbrot aus Katalonien, Pizza aus
Italien, Süßspeisen aus Lettland und der Ukraine und Sangria aus
Spanien.
Zwei
Wochen lag war meine Freundin hier zu Besuch. Am ersten Wochenende
waren wir in Vilnius. Noch einmal ein paar Fotos von dieser
besonderen Stadt.
Die
Choralsynagoge ist eine von zwei noch existierenden Synagogen in
Vilnius; insgesamt gab es in Litauen vor dem
Zweiten Weltkrieg 1200 Synagogen, 140 in Vilnius, das als „Jerusalem
des Ostens“ bezeichnet wurde.
Das
Tor der Morgenröte (Aušros Vartai)
ist das einzige noch bestehende Tor der ehemaligen Stadtbefestigung.
Aušra ist auch
gleichzeitig ein sehr beliebter Frauenname.
Die
Kirche St. Anna (Šv. Onos bažnyčia) wollte Napoleon einst nach
Paris mitnehmen, weil sie ihm so gut gefiel. Offensichtlich hat er
seinen Worten keine Taten folgen lassen.
Und
noch eine schöne Kirche, direkt am Marktplatz, die Kirche St.
Kasimir (Šv. Kazimiero bažnyčia).
Wieder
zurück in Plateliai haben wir eine Bootstour auf dem See
unternommen.
Auch
Vincent, den ihr schon aus Woche 12/13 kennt, war zu Besuch mit zwei
Freunden aus Frankreich. Sie wollten miterleben, wie ich den größten
Coup meines Freiwilligendienstes lande, indem ich eine deutsche
Reisegruppe auf Fahrrädern einmal um den See führe, 24 km, mit
einer Führung durch die Raketenbasis und natürlich vielen
Informationen zum Park etc. Die sechsstündige Tour stand seit April
fest und ich sah diesem Tag aufgeregt entgegen. Ich kam also am
Dienstag mit meinem Rangerhemd und Namensschild in das
Besucherzentrum, bestens vorbereitet. Aušra erwartete mich bereits:
„Heute gibt es keine Tour. Die Gruppe hat gerade abgesagt.“
Doch
so einfach werfe ich die Flinte nicht ins Korn. Man muß seinem
Besuch doch etwas bieten! Also haben wir einfach Fahrräder
ausgeliehen und sind um den See, alles inklusive, auch die
Raketenbasis, natürlich ohne Eintritt, wozu arbeite ich denn hier?
Am
Donnerstag kam dann noch eine deutsche Gruppe, mit der ich durch den
Park gelaufen bin. Mittlerweile habe ich einigermaßen Erfahrung im
Umgang auch mit großen Gruppen wie dieser (37 Personen). Es hat
jedenfalls gefallen.
Wörter
zum Mitlernen:
aušra:
Morgenröte
saulė:
Sonne
naktis:
Nacht
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