Mittwoch, 15. August 2012

Woche 21 und 22

Wie die Zeit vergeht …
Momentan habe ich wenig Zeit zum Schreiben. Vor drei Wochen war ein Seminar, das immer in der Mitte des Freiwilligendienstes stattfindet, in dem wir über unsere Erfahrungen sprechen und Pläne für die noch ausstehende Zeit machen sollten. Ein Höhepunkt war der Abend, an dem viele Essen aus ihren Heimatländern zubereiten sollten. Es gab Ratatouille aus Frankreich, Knoblauchbrot aus Katalonien, Pizza aus Italien, Süßspeisen aus Lettland und der Ukraine und Sangria aus Spanien.

Zwei Wochen lag war meine Freundin hier zu Besuch. Am ersten Wochenende waren wir in Vilnius. Noch einmal ein paar Fotos von dieser besonderen Stadt.

Die Choralsynagoge ist eine von zwei noch existierenden Synagogen in Vilnius; insgesamt gab es in Litauen vor dem Zweiten Weltkrieg 1200 Synagogen, 140 in Vilnius, das als „Jerusalem des Ostens“ bezeichnet wurde.


Das Tor der Morgenröte (Aušros Vartai) ist das einzige noch bestehende Tor der ehemaligen Stadtbefestigung. Aušra ist auch gleichzeitig ein sehr beliebter Frauenname.


Die Kirche St. Anna (Šv. Onos bažnyčia) wollte Napoleon einst nach Paris mitnehmen, weil sie ihm so gut gefiel. Offensichtlich hat er seinen Worten keine Taten folgen lassen.


Und noch eine schöne Kirche, direkt am Marktplatz, die Kirche St. Kasimir (Šv. Kazimiero bažnyčia).


Wieder zurück in Plateliai haben wir eine Bootstour auf dem See unternommen.


Auch Vincent, den ihr schon aus Woche 12/13 kennt, war zu Besuch mit zwei Freunden aus Frankreich. Sie wollten miterleben, wie ich den größten Coup meines Freiwilligendienstes lande, indem ich eine deutsche Reisegruppe auf Fahrrädern einmal um den See führe, 24 km, mit einer Führung durch die Raketenbasis und natürlich vielen Informationen zum Park etc. Die sechsstündige Tour stand seit April fest und ich sah diesem Tag aufgeregt entgegen. Ich kam also am Dienstag mit meinem Rangerhemd und Namensschild in das Besucherzentrum, bestens vorbereitet. Aušra erwartete mich bereits: „Heute gibt es keine Tour. Die Gruppe hat gerade abgesagt.“
Doch so einfach werfe ich die Flinte nicht ins Korn. Man muß seinem Besuch doch etwas bieten! Also haben wir einfach Fahrräder ausgeliehen und sind um den See, alles inklusive, auch die Raketenbasis, natürlich ohne Eintritt, wozu arbeite ich denn hier?
Am Donnerstag kam dann noch eine deutsche Gruppe, mit der ich durch den Park gelaufen bin. Mittlerweile habe ich einigermaßen Erfahrung im Umgang auch mit großen Gruppen wie dieser (37 Personen). Es hat jedenfalls gefallen.


Wörter zum Mitlernen:
aušra: Morgenröte
saulė: Sonne
naktis: Nacht

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