Samstag, 21. Juli 2012

Woche 18 bis 20


Da bin ich mal wieder. Viel ist in den letzten zwei Wochen nicht passiert. Das Wetter ist schlecht geworden, es war nur an einem Tag richtig heiß. Das war der 6. Juli. An diesem Tag feiern die Litauern die Krönung ihres (bisher) einzigen Königs Mindaugas I. im Jahre 1253. Das besondere daran ist, daß zu dieser Zeit ein eigenständiger litauischer Staat existierte. In der Folgezeit, ab dem 14. Jahrhundert, wurde nach und nach eine Staatenunion zwischen Polen und Litauen angebahnt, in der die litauische Sprache und Kultur immer weniger Einfluß hatten. Einen eigenständigen Staat Litauen gab es dann erst wieder 1918. An diesem arbeitsfreien Tag waren wir in einem Theaterstück, was den Kampf des Fürsten Vytautas um Litauens Unabhängigkeit in dieser Zeit zum Inhalt hatte. Vytautas paktierte mit dem Deutschen Orden, um den Einfluß Polens zu schwächen.

Die Deutschen kommen

Das war der letzte Tag mit gutem Wetter. Ich hatte einen Bootsausflug vor, aber immer, wenn ich los wollte, begann es zu regnen. Deshalb habe ich lediglich einen Ausflug in die Stadt Plungė unternommen, die Sitz unserer Gemeindeverwaltung ist.

Plungė (30.000 Einwohner) ist zwar keine schöne Stadt.

Rathaus Plungė

Aber immerhin gibt es hier ein wenig Altstadt (wenn man den Blick genau in die richtige Richtung wendet).


Nicht zu verachten ist auch der Schloßpark, in dessen bauliche Anlagen sichtlich Geld geflossen ist.

Oginskių rūmai (Oginski-Schloß)

Mehr kann ich auch mit gutem Willen nicht über die Stadt sagen. Sie ist langweilig, ein typisches Verwaltungszentrum. Kehren wir nach Plateliai zurück.

Meine Hauptwirkungsstätte ist zur Zeit das Heimatmuseum von Plateliai. Wenn ausländische Touristen vorbeikommen, gebe ich ihnen eine Führung. Wir haben zwei Häuser. An dieser Stelle möchte ich noch einmal alle Leserinnen und Leser herzlich hierher einladen. Wie euch beim Betrachten der Bilder der vorangegangenen Beiträge klargeworden sein dürfte, lohnt es sich, hierher zu kommen. Ich kann euch eine kostenlose Unterkunft anbieten, nur hinkommen müßt ihr noch selbst. Überlegt es euch!
Nachfolgend etwas Anschauungsmaterial aus dem Maskenmuseum, daß die Karnevalstradition in der Region wie eigentlich in ganz Litauen darstellt. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind nicht beabsichtigt, sondern entspringen meiner Phantasie.

Maske „klassisch“

Maske „Natur“

Maske „Rumsfeld“

Maske „Udo“

Bei einer Künstlerwerkstatt konnten Roma und ich einem Holzkünstler bei der Produktion einer solchen Maske über die Schulter gucken. Dort bekam ich auch selbstgemachten Haarschmuck geschenkt. Jetzt gehöre ich endlich auch zum Stamme der Žemaiten.


Bis bald!

Wörter zum Mitlernen:
šnekėti: unterhalten (schnacken)
maršrutas: Route
kunigaikštis: Herzog

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