Da bin
ich mal wieder. Viel ist in den letzten zwei Wochen nicht passiert.
Das Wetter ist schlecht geworden, es war nur an einem Tag richtig
heiß. Das war der 6. Juli. An diesem Tag feiern die Litauern die
Krönung ihres (bisher) einzigen Königs Mindaugas I. im Jahre 1253.
Das besondere daran ist, daß zu dieser Zeit ein eigenständiger
litauischer Staat existierte. In der Folgezeit, ab dem 14.
Jahrhundert, wurde nach und nach eine Staatenunion zwischen Polen und
Litauen angebahnt, in der die litauische Sprache und Kultur immer
weniger Einfluß hatten. Einen eigenständigen Staat Litauen gab es
dann erst wieder 1918. An diesem arbeitsfreien Tag waren wir in einem
Theaterstück, was den Kampf des Fürsten Vytautas um Litauens
Unabhängigkeit in dieser Zeit zum Inhalt hatte. Vytautas paktierte
mit dem Deutschen Orden, um den Einfluß Polens zu schwächen.
Die
Deutschen kommen
Das
war der letzte Tag mit gutem Wetter. Ich hatte einen Bootsausflug
vor, aber immer, wenn ich los wollte, begann es zu regnen. Deshalb
habe ich lediglich einen Ausflug in die Stadt Plungė unternommen,
die Sitz unserer Gemeindeverwaltung ist.
Plungė
(30.000 Einwohner) ist zwar keine schöne Stadt.
Rathaus
Plungė
Aber
immerhin gibt es hier ein wenig Altstadt (wenn man den Blick genau in
die richtige Richtung wendet).
Nicht
zu verachten ist auch der Schloßpark, in dessen bauliche Anlagen
sichtlich Geld geflossen ist.
Oginskių
rūmai (Oginski-Schloß)
Mehr
kann ich auch mit gutem Willen nicht über die Stadt sagen. Sie ist
langweilig, ein typisches Verwaltungszentrum. Kehren wir nach
Plateliai zurück.
Meine
Hauptwirkungsstätte ist zur Zeit das Heimatmuseum von Plateliai.
Wenn ausländische Touristen vorbeikommen, gebe ich ihnen eine
Führung. Wir haben zwei Häuser. An dieser Stelle möchte ich noch
einmal alle Leserinnen und Leser herzlich hierher einladen. Wie euch
beim Betrachten der Bilder der vorangegangenen Beiträge klargeworden
sein dürfte, lohnt es sich, hierher zu kommen. Ich kann euch eine
kostenlose Unterkunft anbieten, nur hinkommen müßt ihr noch selbst.
Überlegt es euch!
Nachfolgend
etwas Anschauungsmaterial aus dem Maskenmuseum, daß die
Karnevalstradition in der Region wie eigentlich in ganz Litauen
darstellt. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind nicht
beabsichtigt, sondern entspringen meiner Phantasie.
Maske
„klassisch“
Maske
„Natur“
Maske
„Rumsfeld“
Maske
„Udo“
Bei
einer Künstlerwerkstatt konnten Roma und ich einem Holzkünstler bei
der Produktion einer solchen Maske über die Schulter gucken. Dort
bekam ich auch selbstgemachten Haarschmuck geschenkt. Jetzt gehöre
ich endlich auch zum Stamme der Žemaiten.
Bis
bald!
Wörter
zum Mitlernen:
šnekėti:
unterhalten (schnacken)
maršrutas:
Route
kunigaikštis:
Herzog
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