So
bald werde ich mir den Eurovision Song Contest nicht mehr angucken.
Ich hätte gern gesehen, daß alle mit null Punkten nach Hause gehen
und dann neue, bessere Lieder gespielt werden. Die Idee, sich das
ganze anzuschauen, kam mir auch nur deshalb, weil ich die Idee witzig
fand, mit Freiwilligen aus ganz Europa dieser Veranstaltung
beizuwohnen. Wir waren dann aber nur zu dritt. Es befriedigt mich
aber, nicht einmal geahnt zu haben, daß Schweden so haushoch
gewinnt.
Meinem
Besuch zeigte ich dann später noch die Gedenkstätte der ermordeten
Juden, die sehr versteckt im Gebüsch am Ortsrand liegt. Immerhin
wurde ihnen auf eine für die Gegend typischen Weise Tribut gezollt,
mit einer Holzschnitzerei.
Auf
dem Rückweg beobachteten wir auf einem Feld insgesamt 19 Störche,
die hinter einem landwirtschaftlichen Nutzfahrzeug herliefen und nach
Nahrung suchten.
Fliegender
Storch
Letzte
Woche war meine erste Führung für Touristen. Sie zeigten sich
interessiert, stellten aber auch Fragen, die ich beim besten Willen
nicht beantworten konnte, etwa, wie ein Moor entsteht (das kann ich
noch recherchieren) oder wie „die rote Blume da“ heißt (alle
Blumennamen zu kennen wird schon schwieriger). Am Ende gab es schön
Trinkgeld. Hier ein Beweisfoto.
Kurz
vor dem Ende des Schuljahres fand am Freitag eine Veranstaltung
statt, in deren Rahmen ich mit dem Schulchor das Lied „We are the
World“ sang. Zum größten Teil wurde es auf litauisch gesungen.
Mein Teil allerdings bestand im Singen eines Refrains auf deutsch,
auf den die Kinder dann ebenfalls auf deutsch antworteten. Die Proben
dazu, speziell zur Aussprache der Buchstaben R und H, bereitete alle
Beteiligten große Freude. Bild folgt irgendwann, habe jetzt keins.
Am
Freitagabend fuhr ich mit Pierre, einem Freiwilligen aus dem
Regionalpark Žagarė, nach Klaipėda, wo wir mit Olga (Freiwillige
im Nationalpark Kurische Nehrung) zum Jazzfestival gingen. Endlich
erlebte ich die Stadt einmal voller Menschen, das machte sie gleich
noch sympathischer.
Das
restliche Wochenende verbrachte ich in Aukštaitija bei Vincent.
Aukštaitija kommt von dem Wort „aukštas“, das „hoch“
bedeutet, also das Gegenstück zu Žemaitija (žemas = niedrig). Dort
ist es wirklich traumhaft. Man muß allerdings 5 km vom Bus aus
laufen. Vincent wohnt mit einer weiteren Freiwilligen in Palūšė
(70 Einwohner) in einem luxuriösen Gästehaus, das direkt an einem
See liegt, der Teil einer gigantischen Seenkette ist. Wir liehen uns
ein Boot und fuhren zu einem verlassenen Dorf, Salos, das nun ein
Freilichtmuseum ist. Vincent zeigte mir die schönsten Stellen des
Parks. An dieser Stelle sei sein Blog „Lithuanian Country Life!“
empfohlen, der auch unter „Andere Seiten“ zu finden ist.
Sonnenuntergang
über dem Lūšiai
Unwetter im Anmarsch
Blick
vom Ladakalnis
Vincent
und ich auf dem Ladakalnis
Nach
so viel Schönheit bin ich dann am Montag nach 12 Stunden Fahrt (!)
wieder in der Normalität angekommen. Hier ist es natürlich auch
schön. Aber das nicht Verfügbare übt oftmals einen größeren Reiz
aus.
Nächste
Woche gibt es Bilder aus Kaunas.
Wörter
zum Mitlernen:
buhalterija:
Buchhaltung
kurortas:
Kurort
baletmeistris:
Choreograph
Wirklich tolle Bilder! Alles Gute, Georg
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