Mittwoch, 6. Juni 2012

Woche 12 und 13


So bald werde ich mir den Eurovision Song Contest nicht mehr angucken. Ich hätte gern gesehen, daß alle mit null Punkten nach Hause gehen und dann neue, bessere Lieder gespielt werden. Die Idee, sich das ganze anzuschauen, kam mir auch nur deshalb, weil ich die Idee witzig fand, mit Freiwilligen aus ganz Europa dieser Veranstaltung beizuwohnen. Wir waren dann aber nur zu dritt. Es befriedigt mich aber, nicht einmal geahnt zu haben, daß Schweden so haushoch gewinnt.
Meinem Besuch zeigte ich dann später noch die Gedenkstätte der ermordeten Juden, die sehr versteckt im Gebüsch am Ortsrand liegt. Immerhin wurde ihnen auf eine für die Gegend typischen Weise Tribut gezollt, mit einer Holzschnitzerei.


Auf dem Rückweg beobachteten wir auf einem Feld insgesamt 19 Störche, die hinter einem landwirtschaftlichen Nutzfahrzeug herliefen und nach Nahrung suchten.

Fliegender Storch

Letzte Woche war meine erste Führung für Touristen. Sie zeigten sich interessiert, stellten aber auch Fragen, die ich beim besten Willen nicht beantworten konnte, etwa, wie ein Moor entsteht (das kann ich noch recherchieren) oder wie „die rote Blume da“ heißt (alle Blumennamen zu kennen wird schon schwieriger). Am Ende gab es schön Trinkgeld. Hier ein Beweisfoto.


Kurz vor dem Ende des Schuljahres fand am Freitag eine Veranstaltung statt, in deren Rahmen ich mit dem Schulchor das Lied „We are the World“ sang. Zum größten Teil wurde es auf litauisch gesungen. Mein Teil allerdings bestand im Singen eines Refrains auf deutsch, auf den die Kinder dann ebenfalls auf deutsch antworteten. Die Proben dazu, speziell zur Aussprache der Buchstaben R und H, bereitete alle Beteiligten große Freude. Bild folgt irgendwann, habe jetzt keins.

Am Freitagabend fuhr ich mit Pierre, einem Freiwilligen aus dem Regionalpark Žagarė, nach Klaipėda, wo wir mit Olga (Freiwillige im Nationalpark Kurische Nehrung) zum Jazzfestival gingen. Endlich erlebte ich die Stadt einmal voller Menschen, das machte sie gleich noch sympathischer.

Das restliche Wochenende verbrachte ich in Aukštaitija bei Vincent. Aukštaitija kommt von dem Wort „aukštas“, das „hoch“ bedeutet, also das Gegenstück zu Žemaitija (žemas = niedrig). Dort ist es wirklich traumhaft. Man muß allerdings 5 km vom Bus aus laufen. Vincent wohnt mit einer weiteren Freiwilligen in Palūšė (70 Einwohner) in einem luxuriösen Gästehaus, das direkt an einem See liegt, der Teil einer gigantischen Seenkette ist. Wir liehen uns ein Boot und fuhren zu einem verlassenen Dorf, Salos, das nun ein Freilichtmuseum ist. Vincent zeigte mir die schönsten Stellen des Parks. An dieser Stelle sei sein Blog „Lithuanian Country Life!“ empfohlen, der auch unter „Andere Seiten“ zu finden ist.

Sonnenuntergang über dem Lūšiai

Unwetter im Anmarsch

Blick vom Ladakalnis

Vincent und ich auf dem Ladakalnis

Nach so viel Schönheit bin ich dann am Montag nach 12 Stunden Fahrt (!) wieder in der Normalität angekommen. Hier ist es natürlich auch schön. Aber das nicht Verfügbare übt oftmals einen größeren Reiz aus.
Nächste Woche gibt es Bilder aus Kaunas.

Wörter zum Mitlernen:
buhalterija: Buchhaltung
kurortas: Kurort
baletmeistris: Choreograph